Gut. Dann bist Du vermutlich ein Mensch.
„Ich möchte unbedingt einmal fliegen.“ Dieser Satz wird erstaunlich oft direkt gefolgt von: „Aber ich weiß nicht, ob ich mich traue.“ Willkommen im Club.
Vor dem ersten Tandemflug Respekt zu haben ist ziemlich normal. Schließlich hast Du Dein bisheriges Leben mit einer bemerkenswert konstanten Regel verbracht: Menschen gehören auf den Boden. Und jetzt steht da irgendein gut gelaunter Pilot auf einer Bergwiese und behauptet, ein bisschen Stoff und ein paar Leinen hätten dazu eine andere Meinung.
Muss man mutig sein, um Tandem zu fliegen?
Ein bisschen vielleicht. Aber vermutlich anders, als Du denkst. Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben. Manchmal bedeutet Mut einfach, trotz eines kleinen Knotens im Bauch zum Treffpunkt zu fahren, mit der Bergbahn hochzufahren, dem Piloten zuzuhören und dann zu sagen: Okay Bro. Machen wir.
Du musst kein Adrenalinjunkie sein. Du musst nicht cool aussehen. Und Du musst ganz sicher niemandem etwas beweisen.
Wie startet ein Tandemflug eigentlich?
Nicht mit einem Sprung. Das ist eine der häufigsten Vorstellungen. Viele Menschen glauben, man müsse irgendwo von einer Klippe hüpfen. Bitte nicht.
Ein Gleitschirm startet von einer geeigneten Startfläche. Dein Pilot bereitet Schirm und Ausrüstung vor, erklärt Dir den Ablauf und verbindet Euch über das Gurtzeug miteinander. Wenn alles passt, füllt sich der Schirm mit Luft. Dann lauft Ihr gemeinsam einige entschlossene Schritte. Nicht stehenbleiben. Nicht philosophieren. Laufen.
Und irgendwann laufen Deine Füße weiter, obwohl der Boden beschlossen hat, nicht mehr mitzukommen.
Gibt es diesen schlimmen Fall-Moment?
Ein Gleitschirmflug ist nicht dasselbe wie ein Fallschirmsprung. Beim normalen Start geht es nicht darum, erst irgendwo herunterzufallen und anschließend etwas zu öffnen. Der Gleitschirm ist bereits über Euch und trägt Euch vom Hang weg.
Viele Erstflieger sind genau davon überrascht. Der Übergang vom Laufen zum Fliegen kann sich erstaunlich natürlich anfühlen. Ein paar Schritte. Und plötzlich sitzt Du in der Luft. Das Gehirn braucht manchmal ein paar Sekunden, um die neue Lage zu sortieren. Dann kommt häufig das Grinsen.
Was ist mit Höhenangst?
Höhenangst auf einer Leiter, einem Balkon oder an einer Felskante fühlt sich nicht zwangsläufig genauso an wie das Fliegen mit einem Gleitschirm. Wir können Dir allerdings nicht versprechen, wie Du Dich fühlen wirst. Menschen sind verschieden. Sehr verschieden. Zum Glück.
Wenn Du große Angst vor Höhe hast, sprich offen mit Deinem Piloten. Niemand gewinnt etwas dadurch, wenn Du am Start versuchst, den unerschütterlichen Berg-Yeti zu spielen.
Kann ich beim Start noch Nein sagen?
Natürlich. Bis zum tatsächlichen Start bist Du ein erwachsener Mensch auf einer Bergwiese und darfst Entscheidungen treffen. Der Pilot erklärt Dir den Ablauf und beurteilt die Situation. Wenn etwas nicht passt, wird nicht gestartet.
Dazu gehören nicht nur Deine Sicherheit und Startfähigkeit. Auch das Wetter muss passen. Bei tandem guru gehören Wind und Wetter ausdrücklich zum Team. Manchmal ist deren Beitrag allerdings: Heute nicht, Freunde. Dann hören wir zu.
Warum wird beim Flugwetter so ein Theater gemacht?
Weil Gleitschirmfliegen draußen stattfindet. Eine bahnbrechende Erkenntnis, wir wissen.
Windrichtung, Windstärke, Böen, Wolken, Niederschlag und lokale Entwicklungen können einen Flugtag verändern. Deshalb veröffentlichen wir bei tandem guru ein eigenes Flugwetter und unsere Piloten prüfen die Bedingungen laufend.
Wenn der Pilot absagt, bedeutet das nicht, dass jemand keinen Bock hatte. Es bedeutet, dass jemand seinen Job gemacht hat. Freiheit funktioniert nur mit Respekt.
Was muss ich beim ersten Tandemflug können?
Du musst kein Gleitschirmfliegen lernen. Dafür sitzt ein ausgebildeter Pilot hinter Dir. Aber Tandemfliegen ist Teamwork. Du musst Anweisungen verstehen und umsetzen können, sicher stehen und beim Start einige Schritte entschlossen laufen können.
Dein Pilot erklärt Dir vorher genau, was er von Dir braucht. Und dann macht Ihr es gemeinsam. Wir mögen dieses Prinzip. Nicht Kunde und Dienstleister. Nicht Held und Gepäckstück. Pilot und Passagier. Ein kleines Team. Ein großer Schirm.
Warum uns dieses Miteinander wichtig ist, erzählen wir in Menschen statt Eventfabrik.
Was passiert oben?
Zunächst vermutlich sehr viel Gucken. Das Panorama ist ausgesprochen unverschämt. Dann wird es meistens ruhiger. Du sitzt im Gurtzeug, der Pilot steuert den Schirm und unter Euch liegt die Landschaft.
Wer möchte, kann seinen Flug einfach genießen. Kein Kunststück. Keine Mutprobe. Kein Pflichtprogramm. Je nach Bedingungen und Absprache können längere Flüge oder dynamischere Momente möglich sein. Aber ein guter Flug muss nicht wild sein. Manchmal ist Glück erstaunlich leise.
Vielleicht ist heute Dein „Irgendwann“
Viele Träume haben ein merkwürdiges Problem. Sie enthalten dieses Wort: Irgendwann. Irgendwann möchte ich fliegen. Irgendwann mache ich diese Reise. Irgendwann …
Irgendwann ist ein sehr geduldiger Ort. Aber gelegentlich lohnt es sich, dort auszuziehen. Mehr davon gibt es in Irgendwann ist heute.
Kurz gesagt: Du musst keine Angst wegdiskutieren. Du brauchst ehrliche Informationen, einen Piloten, dem Du vertraust, passende Bedingungen und am Ende ein paar gute Schritte.
Surf the Sky. ♡